Verbot für Hausunterricht? Ein Leserbrief

Kürzlich las ich in den Salzburger Nachrichten folgenden Bericht:

Ich hatte mir den Bericht über die Weinbergschule angesehen (hier der Link zur Dokumentation „Am Schauplatz, Die Kinder vom Zachhiesenhof“ und  war einigermaßen empört über die Art, in der der häusliche Unterricht mit der an der Weinbergschule betriebenen Unterrichtsform in Verbindung gebracht wurde.  Daher entschloss ich mich dazu, folgenden Leserbrief an die SN zu schicken:

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
Im Folgenden schicke ich Ihnen einen Leserbrief in Bezug auf den Artikel „Verbot für Hausunterricht?“ vom Samstag, 2. Dezember 2017.
 
Sehr geehrte Redaktion der SN,
Ihr Artikel „Verbot für Hausunterricht?“ vom Samstag, 2. Dezember 2017 und der kürzlich im Fernsehen gezeigte Bericht über eine private Schule haben mich zu folgender Stellungnahme veranlasst.
Hier wird eine Schule, der das Bildungsministerium das Öffentlichkeitsrecht zugesprochen hat, dazu benützt, den häuslichen Unterricht infrage zu stellen. Die Weinbergschule in Seekirchen verwendet, wie berichtet, Bildungs- und Erziehungsmethoden, die sehr umstritten sind und sektenhafte Züge zeigen. Sie ist in ein System eingebunden, das ehemalige Mitglieder als grauenhaft beschreiben.
Wie schlimm die Situation auch vor allem für die Kinder am Zachhiesenhof sein mag, ich kann nicht ganz nachvollziehen, wie Sie in Ihrem Artikel vom Bericht über eine Schule  mit Öffentlichkeitsrecht und sektenhaften Zügen zu dem Aufruf eines Verbots für den häuslichen Unterricht kommen.
Auch in der oben erwähnten ORF-Reportage „Am Schauplatz – Die Kinder vom Zachhiesenhof“ wird diese Forderung gestellt, allerdings mit einer großen Einschränkung: Gefordert wird ein Verbot des häuslichen Unterrichts für Religionsgemeinschaften.
Unsere Tochter lernt seit dem vergangenen Schuljahr zu Hause. Für diese Entscheidung gab es vielschichtige Gründe. Für sie hat das System „Schule“ in ihrer damaligen Situation einfach nicht gepasst und wir mussten einschreiten. Wir haben uns damals nach Alternativen umgesehen und alles versucht, bevor wir den Schritt in den häuslichen Unterricht wagten. Heute können wir sagen, dass es die richtige Entscheidung für unsere Tochter war. Sie hat das letzte Jahr sehr viel aufgeholt und wir haben das Gefühl, sie konnte sich selbst wieder finden. Dazu kam noch ein gutes Zeugnis, das sie anspornte, weiter zu lernen. Nächstes Schuljahr möchte sie von sich aus für die Oberstufe wieder eine Schule besuchen.
In Ihrem Artikel behaupten Sie, es fehle ein Korrektiv, es gebe keinen verpflichtenden Lehrplan. Dies ist eine komplette Fehlinformation. Unsere Tochter muss sich sehr wohl ganz genau an den Lehrplan halten. Im Zuge der Externistenprüfungen (die wahrlich nicht „geschenkt“, sondern hart erarbeitet sind) wird der Lehrstoff des jeweiligen Schuljahres in allen Fächern genauestens abgeprüft.
Auch zu den vielzitierten „sozialen Kompetenzen“ möchte ich Stellung nehmen. Uns wäre es lieber gewesen, unsere Tochter in einem gut funktionierenden, unterstützenden und motivierenden sozialen Gefüge eingebettet zu finden. Leider war dem nicht so. Ich möchte hier die Schuld aber weder auf die vielen sehr bemühten LehrerInnen noch auf ihre damaligen MitschülerInnen schieben. Viel mehr glaube ich, dass es am System hakt, nicht nur am Bildungssystem, sondern auch an unserem derzeitigen Gesellschaftssystem insgesamt, das darauf ausgelegt ist, sich ununterbrochen mit anderen vergleichen und als Einzelner besser (in welcher Art auch immer) sein zu müssen. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass auch im Rahmen des Engagements in außerschulischen Interessensgruppen wie Tanz oder Circus und gemeinsamer Lehrausgänge soziales Lernen gut stattfinden kann. 
 Den häuslichen Unterricht so hinzustellen, als seien die Kinder sozusagen eingesperrt und hätten keinen sozialen Kontakt zur Außenwelt hat mit der Realität des normalen häuslichen Unterrichts wenig zu tun. Im Zuge der Externistenprüfungen haben wir auch immer wieder andere SchülerInnen und Eltern getroffen, die aus verschiedensten Gründen den Weg des Homeschoolings eingeschlagen haben. Manche von ihnen wohnen zum Beispiel ganz einfach sehr weit weg von der nächsten Mittelschule.
Auf der anderen Seite stehen Verbände und Schulen, die kein Öffentlichkeitsrecht besitzen. Hier gibt es viele gute (Waldorfschule, Montessorischule) und negative Beispiele. Da Kinder, die in solchen Einrichtungen unterrichtet werden, ebenfalls die Externistenprüfungen ablegen müssen (wie gesagt nach dem aktuellen Lehrplan!), werden auch sie als im häuslichen Unterricht geführt, auch wenn sie eigentlich eine Schule besuchen.
Im Artikel wird auch angeführt, dass die Tendenz zum häuslichen Unterricht steigend ist. Als Grund werden u. a. die das Schwinden des Vertrauens in die Politik und die Schaffung von „Parallelwelten mit paramilitärischen und antisemitischen Zügen“ genannt. Dass einfach mehr und mehr Eltern die Situation in unseren Schulen und die Bildungsmethoden nicht mehr hinnehmen wollen und sich nach Alternativen umsehen, kommt nicht zur Sprache, ist aber wohl der Hauptgrund für diese Entwicklung.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass der Hausunterricht an sich durchaus eine gute und sinnvolle Alternative für Familien sein kann. Ein Vorschlag wäre, einen eigenen Begriff für Externisten, die in Schulen ohne Öffentlichkeitsrecht unterrichtet werden, einzuführen und diese nicht über einen Kamm mit den wirklichen „Homeschoolern“ zu scheren. Ebenso wäre eine Förderung der erwähnten derzeitigen „ausdrücklich anerkannten alternativen Schulformen“ ein großer Fortschritt, da dann auch finanziell nicht so gut gestellte Familien diese Wahlmöglichkeit hätten.
Ich bin schon neugierig, ob mein Leserbrief abgedruckt wird!

Druckwerkstatt

Wenn es auch manchmal ein bisschen ein Overload ist hier, bin ich doch oft froh, dass sich in Salzburg so vieles um die Kunst dreht.
Lola arbeitet schon an ihrer Mappe für das Fach Bildnerische Erziehung und da flatterte vor einiger Zeit ein Prospekt der ARTgenossen im Künstlerhaus in den Briefkasten. Angeboten wird unter anderem eine Druckwerkstatt, in der man an verschiedenen Terminen in die gängigen Druckverfahren hineinschnuppern kann.

In der ersten Einheit lernten die Kursteilnehmer den Linolschnitt kennen. Leider kam dieser Termin nicht zustande, aber Linolschnitt hatte sie sowieso schon einmal gemacht.
Darauf wurden sie in die Monotypie eingeführt, es entstanden recht interessante Arbeiten.
Dann kam der Gelatinedruck, ein Verfahren, über das ich selbst nachlesen musste. Hier eine Beschreibung. Unter Einbeziehung des Themas ‚Herbst‘ fertigte Lola ästhetisch sehr ansprechende Arbeiten.
Nächstes Mal befassen sich die Teilnehmer mit dem Siebdruck, ich bin schon neugierig, was Lola nach Hause bringt!
Den Abschluss bildet eine offene Druckwerkstatt.

Es ist schön, dass es dieses und viele weitere Angebote bei den ARTgenossen  gibt, die noch dazu wirklich erschwinglich (weil gefördert) sind!

 

 

 

 

Keine Direkte Leistungsvorlage mehr in der Volksschule?

Letztens war ich beim Elternabend von Lolas kleinem Bruder. Er geht dieses Jahr in die 2. Klasse Volksschule und hat eine engagierte Lehrerin, die sehr um jedes einzelne Kind in ihrer Klasse bemüht ist.

Im Elternforum wurde, wie auch schon im ersten Schuljahr, beschlossen, statt eines Zeugnisses eine Direkte Leistungsvorlage zu organisieren, wie wir sie schon von Lolas kleiner Schwester, die die gleiche Schule besucht, kannten.

Das heißt, dass die Kinder in der ersten und zweiten Klasse keine Noten bekommen, sondern zu einem festgesetzten Termin in Kleingruppen an Stationen den Eltern zeigen, was sie im Unterricht gelernt haben (zumindest wurde die DLV an unserer Volksschule so organisiert). Dabei findet auch ein Informationsgespräch mit der Lehrerin statt, wobei das Kind anwesend ist und sich einbringen kann. Unsere Lehrerin hat den Kindern vorher zusätzlich noch einen Bogen mit verschiedenen Schwerpunkten in leicht verständlichem Deutsch gegeben, worauf sie sich selber mit Smileys beurteilen konnten. Daneben zeichnete dann die Lehrerin auch Smileys, wie sie die Sache sieht. Kategorien waren zum Beispiel „Schreiben“, „Rechnen“, „sich mit den anderen vertragen“ etc. Außerdem gab es eine Mappe mit einem Auszug der Arbeiten des Kindes. Mit diesen Materialien hatten wir eine gute Gesprächsbasis und diese Gespräche waren immer sehr positiv und unser Kleiner hat bei der ganzen DLV gerne mitgemacht und uns voller Stolz gezeigt, was er schon alles kann. Auch wir konnten einen sehr guten Eindruck gewinnen und uns gut austauschen.

Für unsere Kinder hatte es den meiner Meinung nach dazu den großen Vorteil, dass es nicht schon in der ersten und zweiten Klasse mit dem Leistungs- und Notendruck losging und dass das „Notenvergleichen“ – wer ist „besser“ – damit noch ein bisschen Zeit hatte. Die Stärken wurden herausgestrichen und unterstützt, auf die Schwächen wurde behutsam und konstruktiv hingewiesen.

Auf dem Zeugnis stand dann einfach „Direkte Leistungsvorlage“.

Nun wurde gestern Abend angekündigt, dass dieser Schulversuch ausläuft und im Rahmen der „Bildungsreform“ nicht mehr weitergeführt wird.

Die Eltern waren durchwegs nicht begeistert von dieser Entscheidung. Es kamen Kommentare wie: „Wir haben uns im Elternforum aber dafür entschieden!“ und „Wer sind diese „Bildungsexperten“ die solche Dinge entscheiden? Sie sollten mal die Eltern und die Lehrer um ihre Meinung fragen!“. Die Lehrerin konnte dazu nur sagen, dass nun diese Entscheidung nicht mehr gültig sei, da es in Zukunft keine DLV mehr geben wird. Was genau kommt, weiß noch niemand. Kann sein, dass es Noten geben wird. Kann sein, dass es ein „KEL“ geben wird (Kinder-Eltern-Lehrer-Gespräch). Wenn man bedenkt, dass sich alle für dieses Jahr auf die DLV eingestellt hatten und auch die Lehrer ihre Vorarbeit dafür geleistet haben, ist es unverständlich, warum die DLV so plötzlich gestrichen wird. Unsere Lehrerin sagte, sie müsse erst einige Seminare und Schulungen über sich ergehen lassen, bevor sie uns Weiteres sagen könne.

Zum Thema „sie sollten doch uns fragen“, da gibt es eine schöne Studie, die auch auf der Seite des Landesschulrats einsehbar ist. Im Folgenden Auszüge aus den Ergebnissen dieser Befragung von Eltern und Lehrern, die durchgeführt wurde, um die DLV zu evaluieren.

Zusammenfassenden kann man hier lesen:

Durch die Arbeit im Schulversuch ergibt sich eine höhere Einbindung der Eltern ins Schulgeschehen, was sich auch durch den Grad der Informiertheit zu den Arbeitsweisen, zur Zielsetzung und zur Klassenarbeit bestätigt. Die Einschätzung, daß ihr Kind genau richtig gefordert wird (mit einemTrend zur Überforderung) , daß eine positive Auswirkung auf die Entwicklung des Kindes wahrnehmbar und ein angemessenes Tempo bei der Erarbeitung des Lehrstoffes vorhanden sei, ergeben Hinweise, daß einige wesentliche Ziele im Schuleingangsbereich und der Jahresarbeit in der 1. Schulstufe – zumindest in den Augen der Eltern – erreicht wurden.

Wenn auch der Ermutigungs-, Motivations- und Anregungscharakter durch die direkte Leistungsvorlage in nicht so hohem Maße wie die anderen Fragen zum Schulversuch bestätigt wird, sind es doch mehr als zwei Drittel der Eltern, die sich zustimmend äußern.
Besondere Bedeutung kommt aber den verpflichteten Elterngesprächen zu. Die Einschätzung der Eltern zeigt, daß hier die Vertrauensbasis zur Lehrerin gelegt wird, daß das Bescheidwissen der Lehrerin über das Kind wahrgenommen werden kann und durch die Gespräche doch viele Mißverständnisse, Probleme und offene Fragen ausgeräumt werden können. Damit würden diese Gespräche auch den Eltern bessere Möglichkeiten geben, den Lernfortschritt des Kindes genauer einzuschätzen. Die Gesprächshinweise dürften den Eltern vermehrt
Möglichkeiten geben, wie sie ihr Kind beim Lernen und Verhalten unterstützen können. Breite Akzeptanz findet auch die Mitentscheidung und Einbindung der Kinder bei der Auswahl, welche Arbeiten als Leistungsvorlagen dokumentiert werden sollen.

Zusammenfassend kann gesagt werden, daß der Schulversuch vom überwiegendenTeil der Eltern akzeptiert wurde und ebenso die in ihm gesetzten Erwartungen weitgehend erfüllen konnte. Die gemachten Erfahrungen scheinen überwiegend positiv verlaufen zu sein, da sich ein sehr hoher Prozentsatz der Eltern (fast 90 %) wiederum dafür entscheiden würden, ihr Kind in eineVersuchsklasse mit direkter Leistungsvorlage als Beurteilungsform zu geben.

Die gesamte Studie findet sich unter diesem Link unter „Evaluationsberichte“.

Man fragt sich, wozu solche Studien gemacht werden, wenn sie dann offensichtlich bei den Entscheidungsprozessen der „Bildungsreformern“ keine Auswirkungen haben.

Obwohl ich die DLV aus Sicht einer Mutter betrachte, muss ich jedoch auch anführen, dass ich das Engagement und die Mehrarbeit der LehrerInnen sehr geschätzt habe, die doch viel an Organisations- und Inhaltsarbeit leisten mussten, um die Stationen vorzubereiten und die gesamte DLV jedes Semester zu planen. Man könnte meinen, dass so manche Lehrerin froh ist, dies nicht mehr tun zu müssen. Zumindest in unserer Schule hatte ich aber den Eindruck, dass die Lehrerinnen mit so viel Elan und Engagement dabei waren, dass auch sie über diese Neuerung unglücklich sind. Abgesehen davon, dass die Lehrerschaft zusammen mit der Direktorin das ganze System in den letzten Jahren mühevoll aufgebaut und perfektioniert hatte.

Es bleibt zu sehen, was unseren „Bildungsexperten“ als nächstes einfällt. Hoffentlich besinnen sich die Verantwortlichen doch einmal und hören auf, an den wenigen Dingen in unserem Schulsystem, die wirklich etwas bringen, herumzudoktern!

 

 

Biologie-Projekt: Von der Raupe zum Schmetterling

Diesen Sommer haben wir uns alle im Wohnwagen am See erholt und auch mal vom Schul- und Lernalltag abgeschaltet.
Aber Lernen findet ja nicht nur mit Büchern und dem Studieren auf Prüfungen statt – wer sich in meinem Homeschool-Blog ein bisschen umgesehen hat, weiß, dass für uns Lernen etwas Aufregendes, Schönes, Interessantes mit Erfahrungswert darstellt.

Und so haben wir uns für diesen Sommer ein kleines Projekt ausgedacht, dass nicht nur für Lola interessant war, sondern auch ihre kleineren Geschwister und uns Eltern fasziniert hat.
Die Idee stammte aus einer Erinnerung an Lolas Geburtsland in Lateinamerika: Dort konnten wir immer wieder die wunderschönen Raupen und einzigartigen Kokons des Monarchenfalters bewundern. Manchmal bin ich mit den Kindern (eher Lola, die anderen waren noch zu klein), in der Früh stundenlang auf einer Picknickdecke im Garten gesessen und wir haben gewartet, bis sich die ursprünglich grünen Kokons schwarz färbten und endlich der Schmetterling herausschlüpfte. Dieser Falter ist eine Sache für sich, über seine einzigartige Lebensweise könnt ihr zum Beispiel hier mehr nachlesen.

 

Nachdem das alles nun doch schon recht lang her ist und die Kinder älter sind und die Dinge auch mit anderen Augen sehen, habe ich mir überlegt, dieses Wunder der Natur hier noch einmal zu bestaunen.

Im Internet wurde ich kurzerhand fündig und bestellte ein Schmetterlings-Zuchtset von Insect Lore. Die Raupen wurden extra bestellt. Aus ihnen sollten Distelfalter hervorgehen, die in Englisch den hübschen Namen Painted Lady tragen.

Der Versand ging leider nicht so schnell wie erwartet, daher waren die Raupen, als sie am 9. August ankamen, schon dick und fett.

Trotzdem haben sie noch herumgewurlt und kräftig von dem im Behälter mitgelieferten Futter gefressen.

 

Am 10.8. waren schon zwei Raupen nach oben geklettert und hingen in der Form eines J verkehrt herum an der Decke des Behälters. Am Morgen des darauffolgenden Tages hatte sich sogar die erste Raupe verpuppt.
Sie war grüngrau und hatte funkelnde goldene Erhebungen, wie kleine Dornen. Die zweite wurde dauernd von einer anderen Raupe angestuppst, was ihr anscheinend nicht so gefiel… aber am Abend hatte auch sie sich erfolgreich verpuppt. Eine Raupe wollte so gar nicht hinaufklettern. Nachdem sie aufgehört hatte, sich zu bewegen, dachten wir schon, sie sei eingegangen. Aber dann hat sie sich unten am Boden des Bechers verpuppt, mitten im Futter. Am darauffolgenden Samstag, dem 12. August, waren alle Raupen sicher in ihren Kokons verpackt. Unter ihnen lagen kleine Gebilde, die wie Raupenköpfe aussahen, Lola und ihre Geschwister erschraken zunächst, aber wir lasen schnell nach: es war nur die übriggebliebene Haut nach der letzten von insgesamt 4-5 Häutungen.

Eine Raupe schien sehr viel Seidengespinst produziert zu haben, was – wie wir bei Insect Lore nachlesen konnten – zu Problemen beim Schlüpfen führen kann. Außerdem hing dieser Kokon nicht mehr mit dem Hinterteil am Deckel, sonder eher in einer Art Hängematte in seinem Gespinst. Und das Futter um Die Raupe am Becherboden fing an zu schimmeln… Wir machten uns ein bisschen Sorgen um unsere Brut.

Drei Tage nach der Verpuppung sollte man also den Deckel mit Hilfe eines Kartongestells aufrecht mit den Raupen in das Insektenhaus (ein Netz in Form eines Zylinders mit Reißverschluss oben) stellen. Davor sollte man die Puppen vorsichtig mit einem Wattestäbchen von einem Überschuss an Seidenfäden befreien. Wir versuchten das, so gut es ging, aber die Puppe, die halb heruntergefallen war, war sehr eingesponnen und den Puppen schien die Störung sehr unangenehm zu sein – sie zitterten und wanden sich. Also ließen wir es wieder. Der Deckel kam nun ins Insektenhaus, das funktionierte gut.

Die „Schimmelpuppe“ wollte Lola auf ein sauberes Taschentuch legen, aber auch sie wehrte sich derart, dass wir damit doch noch 2 Tage warteten. Danach betteten wir sie in ein kleineres Insektenhaus.

Am 20. August war es soweit: Nach einem furchtbaren Unwetter am Abend zuvor (wir dachten, das Vorzelt würde wegfliegen – was anderen Campern auch tatsächlich passierte!) schlüpfte in der Früh der erste Schmetterling. Wir scharten uns alle aufgeregt um das kleine Insektenhaus, in den wir die Puppe, die sich so gut eingsponnen hatte, gelegt hatten. Und dann sahen wir dem kleinen Kämpfer zu, wie er versuchte, sich herauszuwinden.

Irgendwann sahen wir ein, dass das Ganze viel zu lang dauerte. Schnell nachgegoogelt und vorsichtig betupften wir den Kokon, der noch am Hinterteil klebte, mit einem Pinsel mit Wasser. Danach ließ er sich ganz leicht mit einer sauberen Pinzette herunterziehen. Leider war es für den armen Kerl schon zu spät: Seine Flügel konnten sich nicht mehr entfalten und blieben ganz verknotet. Die Kinder nannten ihr liebevoll „Wuzel“.

Die Aufregung war groß, als ein Anruf aus Salzburg kam: Papa hatte sich bei einem Radunfall zwei Rippen gebrochen. Also wieder ab nach Salzburg. Die Raupen kamen mit, auch Wuzel in seinem kleinen Häuschen.

Der Rest der Schmetterlinge schlüpfte dann ohne Probleme, auch „Moldy“ (der im Schimmel gelegen war) konnte man nicht mehr von seinen Kameraden unterscheiden. 

Wir legten Orangenhälften und ein Wattepad mit Nektar in das Insektenhaus und sahen den Schmetterlingen einen Tag lang zu. Es war sehr interessant, die Schmetterlinge so genau beobachten zu können. Sogar Wuzel krabbelte im Insektenhaus herum und trank Nektar. Der schönste Moment war, als ich am Morgen die Jalousie im Kinderzimmer öffnete und das Sonnenlicht durch das Fenster auf die Schmetterlinge fiel. Alle öffneten gleichzeitig ihre Flügel für ein ausgiebiges Sonnenbad – es war wie eine Art Sonnenaufgang!

Am nächsten Tag ließen wir die Schmetterlinge frei. Jeder (außer Papa) ließ einen Schmetterling auf die Hand krabbeln, hob ihn vorsichtig aus dem Haus und wartete, bis sich das kleine Wunder in die Lüfte erhob und davon flog. Es war ein interessantes, Lehrreiches und faszinierendes Projekt, nicht nur für Lolas Hausunterricht, sonder für die ganze Familie!

 

Wieder zurück aus den Sommerferien!

Der Summa is umma!
Es war ein entspannter, sonniger, aufregender, abwechslungsreicher Sommer!
Nachdem ich mit den Kindern die letzten zwei Monate mehr oder weniger durchgehend im Wohnwagen am See verbracht habe, ist es Zeit, wieder in das Alltagsleben der Stadt zurückzukehren und uns auf das neue Homeschooling-Jahr vorzubereiten.

Damit es im Herbst keinen Stress gibt und ich die Lehrermaterialien für Lola bekommen kann, habe ich die Anzeige auf häuslichen Unterricht bereits Anfang Juli eingereicht. Nachdem der Bescheid im August immer noch nicht bei uns eingelangt war, habe ich mal vorsichtig beim Landesschulrat nachgefragt. Große Enttäuschung: Der Antrag ist irgendwo leigen geblieben oder untergegangen. Dazu muss ich sagen, dass der Landesschulrat über die Ferien wegen Umbaus in einem Ausweichquartier war, wo anscheinend alles etwas drunter und drüber ging. Die Rückübersiedelung hat unser Formular wohl nicht überlebt. Also dann vom See aus nochmal ein Foto des ausgefüllten Formulars geschickt (ich mache immer Scans oder Fotos der Formulare und Anträge, die ich ausfülle – hier hat sich diese Vorsichtsmaßnahme ausgezahlt!) und wieder gewartet. Das Mail landete im Spam Ordner und konnte nicht geöffnet werden. Wieder eine Woche vergangen. Die freundliche Dame vom Landesschulrat versteht, dass es jetzt langsam dringend wird mit der Bestätigung, die ja letztes Jahr erst drei Wochen nach meiner Anzeige ins Haus geflattert ist. Also das Formular noch mal geschickt, wir warten noch…

Soweit zur Bürokratie.

Vom Prüfungslehrer der Externisten für das Fach Deutsch haben wir Ende letzten Schuljahres schon die Stoffliste und die Leseliste bekommen, Lola konnte also schon mit dem Lesen anfangen und ist bei der Hälfte des zweiten von den vier zu lesenden Büchern – ein guter Start!

Auch das Musikbuch bekamen wir im Sommer schon vom Externistenprüfungslehrer. Lola ist fast mit dem Stoff durch und hat sich schon eine gute Zusammenfasssung erarbeitet. Sie wird also versuchen, die Prüfung in Musik als eine der ersten abzulegen.

Heute Abend möchten wir gemeinsam entscheiden, welche Bücher wir dieses Jahr verwenden. Dann geht es an die Jahresplanung und Zeiteinteilung. Ja und dann kann Lola so richtig loslegen! – Also im Moment ist sie ja recht motiviert! 😉

Ich wünsche euch allen noch einen entpannten Ferienausklang und einen super Start ins neue Schuljahr!

 

 

Bio-Test

Große Erleichterung: Der Test ist gut verlaufen. Lola bekam ein paar Minuten Vorbereitungszeit, in der sie sich Notizen machen konnte. Von den zwei Prüfungsfragen war eine aus einem Gebiet, in dem sie nicht ganz sicher war – Getreide. Trotzdem hat sie es toll hinbekommen, es ist ihr auch dazu noch fast alles eingefallen. Das andere Thema, Boden, beherrschte sie sehr gut. Die Note ist dann ein Zweier geworden, was für Lola und uns wunderbar passt. Dann ging’s erst mal auf zu einer Freundin ein bisschen feiern. Dass dazu noch das Wochenende naht, freut uns jetzt alle! Euch auch ein schönes Wochenende, das Wetter soll ja endlich wieder traumhaft werden!

Das war knapp!

Lola hatte letztens die Externistenprüfung für das Fach Geschichte und Sozialkunde. Um ehrlich zu sein, hatte sie für diese Prüfung bis jetzt am wenigsten Zeit und auch auch ich hatte zu tun und konnte ihr nicht viel helfen. Dazu kam noch, dass wir wieder einmal bemerkt hatten, dass das Buch, mit dem sie arbeitete, nicht sehr geeignet fürs Homeschooling war.
Sie hat es aber dann geschafft, alle Teilgebiete gut einzustudieren. Ich habe ihr dann noch mit dem zeitlichen und kausalen Zusammenhang geholfen, der im Buch leider etwas unterging (ein Wochenend-Marathon 😉 und wir haben alles auf der Zeitleiste eingeordnet. Gottseidank gibt es da ja auch im Internet einige gute Seiten, zum Beispiel https://segu-geschichte.de/zeittafel-geschichte/ , mit denen man hier adequat arbeiten kann.

Am Tag der Prüfung stellte sich heraus, dass einige neue Homeschooler dabei waren, auch in Lolas Schulstufe, der 3. Klasse Gymnasium. Wir mussten länger warten und unterhielten uns gut (Lolas kleiner Bruder amüsierte uns indessen mit Uno-Spielen). Erschreckend war dann aber, wie einer nach dem anderen aus dem Prüfungszimmer kam: Weinend oder den Tränen nahe, „Der ist soo streng!“ Die meisten Kandidaten, die wir beobachteten, bekamen Vierer oder fielen durch! Gottseidank war Lola bei den „Durchfallern“ schon im Vorbereitungzimmer – das hätte sie bestimmt nervös gemacht!

Als Lola endlich wieder auftauchte, fragte ich gleich ganz besorgt, wie es ihr gegangen sei. Ein Dreier! Gut gemacht, Lola!
(Natürlich weiß ich nicht, ob die anderen Schüler einfach zu wenig gelernt hatten, aber auch Lola meinte, er habe schon sehr genau nachgefragt.)

So haben wir das auch überstanden!
Als nächstes kommt ein dickes Ei. Deutsch, da tut sich Lola nicht gerade leicht. Daumen halten!

Weitere Prüfungen stehen an

Diese Woche haben wir zwei weitere Prüfungstermine vereinbart: Geographie (was nicht so einfach war, da wir den Lehrer zuerst nicht erreichen konnten) und Geschichte. Jetzt hat Lola einiges zu tun, damit sie bis zu den Terminen alles fertig bekommt. Nach einem kleinen Durchhänger hat sie in den letzten Tagen super gearbeitet, jetzt geht es dann ans Korrigieren. Ich freue mich jedefalls, wie selbständig sie mittlerweile lernt.
Sie selber hat sich auch gefreut: „Jetzt weiß ich endlich, wie das mit dem Unterstreichen, Zusammenfassen und aus Büchern Lernen geht!“.
In Mathe hat sie sich in letzter Zeit mit Zinsrechnung herumgeschlagen und viel gejammert. Ich muss sagen, ich bin froh, dass Opa das mit ihr macht. Mittlerweile ist sie aber bei Geometrie gelandet, das liegt ihr mehr.
Diese Woche liegt sie super im Plan, obwohl ich ihr wirklich einiges vorgegeben habe.
Der Frühling ist endlich da und das Wochenende soll mal wieder schön werden, vielleicht geht sich ja ein kleiner Ausflug aus! Schönes Wochenende!

Biologie-Test

ERSTER TEST IN EINEM NEBENFACH: BIOLOGIE

 

Lola ist sehr aufgeregt, heute ist es so weit: Der erste mündliche Test über den gesamten Jahresstoff in einem Nebenfach findet statt! Biologie ist dran, ein Fach, das Lola interessant, aber auch etwas schwierig findet. Zugegebenermaßen haben wir in Bio ein Buch gewählt, das vielleicht ein ganz gutes Schulbuch ist, zum Selbststudium aber eher ungeeignet zu sein scheint. Sie hat aber trotzdem einen sehr guten Überblick gewonnen und auch viel Detailwissen erarbeitet. Dazu waren wir ja auch noch Anfang des Schuljahres im Nationalpark Hohe Tauern (fächerübergreifend Bilogie/Geographie) und zur Erdgeschichte hat sie sich samt Freundin und mit einem Fragebogen bewaffnet im Museum umgesehen. Eigentlich müsste es gut gehen, hoffentlich kann Lola ihre Aufregung in positive Energie umsetzen!

Osterferien!

Lola hat beim Geographietest letzten Donnerstag wieder einen Zweier bekommen. Der Lehrer meinte, sie hat sehr gut gelernt und er hat sich auch ihre schriftliche Zusammenfassung und den Projektfolder, den sie über unsere Exkursion in die Hohen Tauern verfasst hat, angesehen, von beidem war er sehr beeindruckt. Er merkte aber an, dass Lola noch ein bisschen der Gesamtüberblick fehle. Zum Besipiel wusste sie nicht (mehr), welche Autobahn von Salzburg nach Wien führt oder mit welcher Bahnlinie sie fahren müsste. War jetzt auch eigentlich nicht im Stoff der 3. Klasse… Trotzdem stimme ich ihm zu, dass Lola hier noch weiter feilen muss, sie hat aber auch schon viel aufgeholt. Den Stoff der 3. Klasse beherrschte sie wirklich sehr genau und detailliert. Wir sind stolz auf sie!

Leider kann sich Lola in den Osterferien nicht ganz so zurücklehnen, wie sie gerne würde: Nach den Ferien ist die Prüfung in Geschichte und Sozialkunde geplant und da ist noch viel zu tun. Auch in Deutsch sitzt der Stoff noch nicht richtig, das ist einfach ein schwieriges Fach für sie.

Trotzdem konnte sie sich mit ihren Freundinnen treffen, die jetzt auch ein bisschen Zeit haben und ein paar schöne Familientage sind auch drin.

Euch allen erholsame Osterfeiertage!